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Mittwoch, 7. Januar 2009

Guangxi - VI: Schräges

Letzte Nacht war ich sehr brav. Selten so viel trainiert. Etwa alle zehn Minuten den gesamten Weg zwischen Bett und WC zurückgelegt - hin UND zurück! Und auch wenn ich nun ein wenig müde bin, so fühle ich mich doch ... ähm ... innerlich gereinigt.
Mein Verdauungsapparat hat nun beschlossen, Ruhe zu geben. Vielleicht war's das ja, vielleicht hilft jene chinesische Medizin, die mir mein lieber Freund Chua gab, und die ich seitdem fleißig einnehme. Kleine, schwarze Kugerln. Aus dem Flascherl, in dem sie verpackt sind, riecht es raus, als wäre drinnen kürzlich jemand verstorben. Aber es scheint zu helfen, also beklage ich mich nicht. Ich hoffe nur, ich finde niemals raus, was da alles enthalten ist - wer jemals in einer traditionellen chinesischen Apotheke war, weiß warum.
Jedenfalls dacht' ich gerade leis' bei mir: Wenn wir schon von Schrägem und Bizarrem sprechen (außerdem keinen Schritt vor die Türe gehen können und zusätzlich gerade nicht am Klo sitzen), können wir doch flugs den letzten Guangxi-Eintrag endlich nachliefern. Die gute Nachricht dabei: Der Worte sind's nicht viele, der Bilder dafür umso mehr. Also los geht's ...


China ist ja generell ein sehr musikalischer Ort. Das gilt auch für Guangxi. Seien es blinde Bettler, die auf selbstgebastelten Erhu (= 2-saitigen Geigen) mitten auf belebten Straßenkreuzungen spielen ...

... oder professionelle Erhu-Spieler, die in Parks üben und dabei geradezu klassisch chinesische Bilder prägen ...



... oder einfach das gesamte chinesische Volk, das in jedem Park, auf jedem Platz, zu jeder Tages- und Nachtzeit gemeinsam tanzt. Und zwar Manderl und Weiberl, jung und alt, reich und arm - zu jeder Art von Musik: von Peking-Oper bis zu Hardcore-Techno.
Und erst, wer einmal chinesische Omas in Mao-Anzügen begeistert Hiphop-Routinen zu 50 Cents "In da Club" durchziehen gesehen hat, kann ermessen, wie engstirnig wir Europäer in muskalischer Hinsicht sind.


Die schönen Künste sind überhaupt omnipräsent. Kalligraphie wird gerne auch mal im Park praktiziert - mit Riesenpinsel und Wasser aus der Trinkflasche auf Beton. Nicht gerade Werke für die Ewigkeit.


Aber die Guangxi-Leute wissen auch, wie man sich mit leichtlebigeren Aktivitäten amüsiert: Alle paar Meter bieten ältere Herren chinesisches Schach an. Gegen sie kann man gegen ein bisschen Geld antreten, verlieren - und dann herrlich streiten. Wie im Bild ersichtlich, ist auch für Nichtspielende das Zuschauen ein gern praktizierter Zeitvertreib - seien es Fußgänger, zufällig auf dem Gehsteig vorbeirasende Motorradfahrer oder Gelegenheits-Weihnachtsmänner.


Der chinesische Sinn für Amüsement ist dabei recht allumfassend - auch Buddha himself ist mit Freude glücksspielend bei der Sache ...


... und beim Bummel durch die Straßen finden sich Hinweise, dass es auch in chinesischen Schlafzimmern lustig zugehen dürfte.


Uns Ausländern steht in Chinas Straßen dabei ein weiterer, nie versiegender Quell steter Freude offen: Übersetzungen. Ob nun Schilder auf die bestehende Möglichkeit der überraschenden Inbesitznahme eines Zentrums áufmerksam zu machen suchen ...


... oder man im Park höflich aufgefordert wird, andere zu sespecten während sie appseciaten, indem man die Unversehrtheit der Umgehbung semaint (???).


Ja, man mag schmunzeln über unvollkommene Übersetzungen. Zum Glück aber gibt es doch universelles, sprachliches Verständnis. So wissen beispielsweise auch findige chinesische Modeschöpfer, dass die Nutzung französischer Markennamen Europäern stets gehobenes Niveau und verfeinerten Geschmack suggeriert.


Und hier werden sie auch geholfen. Zum Beispiel durch Hinweisschilder. Obwohl in obigem Setting ja für jedermann offensichtlich ist, dass hier eine öffentliche Fernsprechanlage zur Nutzung bereitsteht, weist ein (nagelneues!) Schild extra noch darauf hin.


Auf Stränden gibt es Schilder, die zum Tragen angemessenen Schuhwerks auffordern. Die Interpretation dieser Worte bleibt dann hingegen offensichtlich der individuellen Auslegung überlassen.

Freitag, 2. Januar 2009

Guangxi - V: 北海 (Beihai)

Weil ich gerade Lust zu schreiben habe, bitte sich mental auf außergewöhnlich viel Text vorzubereiten. Wenn’s zu fad ist, gibt’s das nächste Mal wieder nur Bilderln und ich lasse die schönen Worte in meinem Tagebuch. Sie wünschen, ich schreibe. Oder auch nicht. Egal.

Reise zum südlichsten Punkt
Am 27. Dezember ging es mit dem Zug weiter in die kleine Küstenstadt Beihai, gelegen auf einer Halbinsel am Golf von Tongking – weiter südlich kommt man in Guangxi nicht mehr. Bei der Fahrt hat alles geklappt, nur nebelig war es und es dauerregnete den ganzen Tag, so dass sich wie erwartet das Landschaftserlebnis auf etwa 100 Meter links und rechts vom Bahndamm erstreckte.

Bei der Ankunft in Beihai empfangen mich gleich zwei alte Bekannte: der strömende Regen und die Panik. Denn was ich aus dem Bahnhof kommend sehe, ist nicht ermutigend: Ich stehe so richtig schön im Nirgendwo, vor mir eine scheinbar endlose, offene, riesige und sensationell hässliche Straße. Das ist Beihai?

Mit Psing zum Hotel
Doch mittlerweile kann mich so etwas nicht mehr entmutigen. Im Bahnhofshotel kaufe ich eine Straßenkarte, identifiziere eine Buslinie, die in die Stadt führt, und steige einfach einmal ein.

Im Bus erklärt mich ein ausgesprochen freundlicher, wenn auch recht rustikaler, Herr mit großem Bambusstab in der Hand und immerhin drei Zähnen im Mund sofort zu seinem besten Freund. Er kommt aus Xi’an (etwa 2.000 km weiter nördlich) und ist stolzer Besitzer eines ganz eigentümlichen Dialekts – immer wieder sagt er zu mir etwas, das wie „Psing“ klingt. Eine Silbe, die es im Mandarin-Chinesisch nicht einmal gibt. Eine Frechheit.

Er will mir, soweit ich verstehe, unbedingt einen Ort zeigen, wo es viele billige Hotels gibt. Als ich dann aber bei der Fahrt durch die – zum Glück sehr einladende – Innenstadt ein paar nette kleine Pensionen erspähe, verabschiede ich mich unhöflicherweise spontan – sehr zum Amüsement der anderen Fahrgäste, die meinen neuen Freund wie mir scheint etwas hämisch angrinsen.

Die Stadt strotzt – wie ich schnell herausfinde – nur so vor Pensionen, und ich spaziere einfach in die erstbeste hinein. Die ist auch ein ziemlicher Volltreffer. Um 10 Euro pro Nacht bin ich nun mitten im Zentrum, habe ein geradezu klinisch sauberes, großes und schönes Zimmer mit Bad, in dem es alles gibt, was man braucht – mit Ausnahme einer Heizung. In der Nacht wird da bei 15 Grad Innentemperatur das Duschen zum Kneipp-Erlebnis.

Ein Abend am schwarzen Meer
Beim ersten längeren Erkundungsspaziergang falle ich als weit und breit einziger Ausländer so sehr auf wie nie – kaum jemand, der sich nicht erstaunt nach mir umdreht. Doch wieder geht ein Traum in Erfüllung: Ich sehe zum ersten Mal das chinesische Meer! Naja … zumindest bin ich zum ersten Mal am chinesischen Meer. Denn es ist schon dunkel, und vor mir liegt nur brackig riechende Schwärze. Aber die Hafengegend ist trotzdem interessant – überall liegen uralte Schiffe, um mich herum unerwartet koloniale Architektur, und in kleinen Zimmern direkt am Kai sortieren Fischer ihren Fang.

Abendessen gibt es dann in einem chinesischen Fast-Food-Lokal – einmal etwas völlig anderes: Fisch mit Rindfleisch auf Reis, dazu eine Hühnersuppe und warmer Salat, außerdem eine Art Orangenschalensaft mit Eis. Dazu bekomme ich – warum auch immer – zum ersten Mal seit vier Monaten westliches Besteck. Ich bemerke, dass ich damit gar nicht mehr richtig umgehen kann.

Als ich leicht genervt im strömenden Regen herumbummle, überlege ich, dass ich es doch recht weit gebracht habe. Von jemandem, für den es noch vor drei Jahren undenkbar gewesen wäre, auch nur einen Tag nach Leoben zu fahren ohne lange vorauszuplanen, zu dem, was ich gerade tue: spontan in einem unbekannten Teil Chinas mit Bus und Zug herumtrampen und in kleinen Städten ohne Plan und Ziel Sehenswertes suchen. Damit bin ich wohl zumindest auf halbem Weg zwischen echtem Abenteurer und Cluburlauber angelangt. Und da fühle ich mich eigentlich auch ganz wohl.

Satisfaction in der chinesischen Almhütte
Am Abend finde ich durch Zufall eine richtige Nightlife-Straße. Mindestens fünfzehn verschiedene Bars gibt es dort, für jeden Geschmack etwas. Ich entscheide mich für die „Music Bar“, deren Inneres ein wenig an eine österreichische Bauernstube erinnert, mit viel Holz und Schnitzereien.


Was nicht so recht in die Almromantik passen will, sind jene zwei junge Chinesen mit Keyboard und E-Gitarre, die den Gästen verschiedenste recht rockige Nummern um die Ohren hauen. Gerne auch Cover-Versionen bekannter westlicher Hits, vorwiegend von den Rolling Stones – allerdings auf Chinesisch. „Satisfaction“ in starkem Guangxi-Dialekt fetzt ganz schön und ist eine willkommene Abwechslung zu den üblichen, süßlichen Taiwan-Pop-Sülznummern Marke „Hansi Hinterseer auf Chinesisch“.

Krabben am Silberstrand
Als ich am nächsten Tag die Zimmervorhänge beiseite ziehe, begrüßt mich zu meiner Begeisterung wieder der Regen. Inspiriert von diesem Anblick, kaufe ich um teures Geld ein Ticket zur Underwater-World, dem lokalen – überdachten – Aquarium. Kaum ist das erledigt, stoppt umgehend der Regen - zum ersten Mal seit 36 Stunden. „Häckerln kannst wen anderen“, blasphemiere ich gedanklich zum Wettergott hinauf und lasse kurzerhand mein Ticket verfallen, um rasch mit dem Bus zum berühmten Silberstrand zu fahren, der ein paar Kilometer weit vom Stadtzentrum entfernt im Süden der Halbinsel liegt.

Dort ist es herrlich: Dünen, Palmen, ein endloser, breiter Sandstrand – überzogen mit Millionen winziger Krabben, die dicht an dicht vor ihren Löchern sitzen und kleine Kugeln aus Sand formen. Vermutend, bald Zeuge der weltgrößten Krustentier-Schlammballschlacht zu werden, stelle ich fest, dass die Tierchen im Erschreckensfalle blitzschnell in ihren Löcher verschwinden. Empirisch finde ich weiters heraus, dass sie mit sehr herziger Verwirrung reagieren, wenn ein böser Mensch ebendiese Löcher vor der Flucht ein wenig mit Sand bedeckt.

Als ich gerade einem der Tierchen beim Kugerlmachen zuschaue (meine Lieblingsbeschäftigung, gleich nach dem Beobachten von Farbetrocknen oder Graswachsen), setzt mir plötzlich eine ältere Dame ein solches Winz-Kräbblein auf die Hand. Keine Ahnung, wie sie das flinke Ding gefangen hat, aber da sitzt es nun, blickt nach links, blickt nach rechts, schaut zu mir rauf … und stürzt sich daraufhin sofort von meiner Hand ins Verderben hinunter. Da soll man ein gesundes Selbstbewusstsein aufbauen.

Meine drei asiatischen Omas
In Beihai ist es mir nun endgültig unmöglich, irgendwo für längere Zeit alleine zu bleiben. Als ich mich einsam in einer kleinen, verfallenen Strandhütte mit einem Topf Fertignudeln hinsetze (für die mir die „Hausherrin“ extra in einer Pfanne Wasser erhitzt), gesellen sich sofort drei ältere Damen zu mir. Ein Gespräch entspinnt sich, im Zuge dessen ich erfahre, dass sie Volksschullehrerinnen aus Chengdu sind (wo mich meine nächste Reise hinführen wird).


Offenbar aufgrund ihrer pädagogischen Ausbildung sprechen sie mit mir sehr langsam und deutlich, so dass ich das meiste auch tatsächlich verstehe. Außerdem fühle ich mich ein bisschen, als hätte ich meine Oma in dreifacher asiatischer Ausführung getroffen: Abwechselnd ermahnen sie mich streng, mich wärmer anzuziehen (denn ich trage wegen der Schwüle nur ein T-Shirt) und vor allem schneller zu essen, damit meine Nudeln nicht kalt werden. Mit großem Erstaunen bemerke ich plötzlich, dass ich gar nicht mehr realisiere, gerade mit Chinesen zu sprechen. Alles fühlt sich völlig gleich an wie in Wien – die Reaktionen der alten Damen, ihre Art etwas zu sagen, ihre Mimik, der Humor, einfach alles. Da wird mir erst richtig klar, dass jener „herzige“ Eindruck, den Chinesen auf uns Österreicher manchmal machen und über den man sich gerne lustig macht, nur vom Akzent und von Verlegenheitsreaktionen aufgrund fehlenden Sprachverständnisses herrührt, und nicht so sehr von einer anderen Mentalität. Wenn man sich mit Chinesen in ihrer eigenen Sprache unterhält, wirken sie plötzlich wie jeder dahergelaufene Wiener – und höchstens man selbst ist auf einmal „herzig“ und seltsam.

Da hat er sich also versteckt: ein alter Bekannter im Bus
Ich bummle noch ein wenig die vereinsamte Promenade mit ihren tropischen Pflanzen, den Souvenirshops und den endlosen Hotelfronten entlang, die mich abwechselnd an die englische, griechische, italienische und französische Küste erinnert – natürlich immer mit chinesischem Flair – und da der Regen wieder einsetzt, entschließe ich mich, mit dem Bus rasch zurück zum Aquarium zu fahren und vielleicht doch noch mein Ticket zu gebrauchen.

Früher hätte ich in einer solch fremden Umgebung wohl dreimal gecheckt, ob ich an der richtigen Station warte und ob mich der Bus auch wirklich, wirklich, wirklich dorthin bringt, wo ich hin möchte. Jetzt bin ich ja schon sooo lässig, und besteige folglich mit Verve Bus Nr. 1 – was völlig falsch ist. Dieser Bus, wie ich in bester Learning-by-doing-Manier herausfinde, bringt mich weit hinaus aus Beihai, zu irgendeiner abgelegenen Dorfschule. Ich frage daraufhin den Busfahrer („Bist Du Amerikaner oder Italiener?“ – „Ich komme aus Österreich.“ - „Ah! Sound of Music!“), wie ich wieder zurück in die Stadt käme, und er bringt mich daraufhin noch ein Stückchen weiter zur richtigen Station mitten in der ärgsten Pampa. Nach kurzer Wartezeit kommt der richtige Bus – und in ihm entdecke ich Erstaunliches: ein westliches Gesicht! Kein besonders gelungenes Exemplar eines solchen, aber immerhin. In einer derartigen Umgebung entwickelt sich da ganz automatisch ein Gespräch. Mein Gegenüber ist ein mittelalterlicher, stattlicher Mann, kommt aus Cleveland, Ohio, und heißt Richard. Ich vermute allerdings, das ist ein Deckname, denn es handelt sich hierbei ganz eindeutig um den offenbar wieder gesundeten Koarl.

Koarl erzählt mir, er lebe seit drei Jahren mit seinem chinesischen Girlfriend in Beihai (Foto hat er dabei), unterrichtet an der Schule Englisch und spricht – wie ich mit Erstaunen bemerke – praktisch kein Chinesisch. Das hält ihn allerdings nicht davon ab, unverzüglich mit einer hübschen, ungefähr zwanzig Jahre jüngeren Fahrgästin anzubandeln, der er mit einer Handbewegung bedeutet, sich doch neben ihn zu setzen. Er lehnt sich dabei auch vor und fragt – natürlich nicht auf Chinesisch – ob sie denn Englisch spräche. Aus ihrer verlegenen Reaktion wird offensichtlich, dass sie dies nicht tut, daher übersetze ich seine Frage ins Chinesische. Koarl ist ob der direkten Konfrontation mit der Tatsache, dass man auch als Westler ein bisschen Chinesisch sprechen kann, anscheinend etwas düpiert, jedenfalls redet er plötzlich nicht mehr so viel mit mir. Macht nichts – wenn er das nächste Mal drei Jahre lang in einem fremden Land lebt, wo ein Girlfriend zu Hause auf ihn wartet, lernt er ja ab jetzt vielleicht zumindest genügend Vokabel, um erfolgreich anzubandeln.

Koarl ist allerdings auch durchaus nützlich. Denn von ihm erfahre ich, dass gerade die Regenzeit begonnen hat und dass es ab jetzt wochenlang schütten wird. Großartig. Es geht doch nichts über einen wohlvorbereiteten Trip in die Tropen. Und mein Aquarium-Ticket ist auch verfallen.

Schlüsselsprache
Der 29. Dezember ist dann ein großartiger Tag. Noch nie habe ich so viel mit fremden Menschen geplaudert wie heute. Seien es Kellnerinnen, Buschauffeure oder zufällig am Nebentisch sitzende Angestellte der Arzneimittelbranche – alle plaudern sie mit mir auf Teufel-komm-raus. Und ich bemerke mit großer Faszination, dass sich mein Chinesisch in dieser einen Woche einen Riesenschritt weiterentwickelt hat. Zum ersten Mal verstehe ich tatsächlich, was mich die Menschen fragen und kann dann zumeist auch in halbwegs ganzen Sätzen antworten. Der Dialekt hier kommt mir zwar entgegen – alles ist diesbezüglich besser als Shanghai – aber es ist nicht nur das. Dadurch, dass ich ununterbrochen in Situationen gelange, in denen ich reden muss, verliere ich die Scheu davor – was Wunder zu wirken scheint. Ich genieße das jedenfalls sehr, denn ich spüre richtig, wie man die Seele und Kultur eines Landes ausschließlich in der lokalen Sprache unverfälscht erleben kann. Soviel also zu meinen Reiseplänen in afrikanische Länder. Mist.

Reise ins Unbekannte
Übrigens glaube ich, ich schaffe heute noch einen Schritt weiter weg vom Cluburlaub. Denn am Vormittag lasse ich mich von einem Taxi bis an den äußersten Zipfel jener Halbinsel bringen, auf der Beihai liegt. Auf meiner praktischen Landkarte hatte ich nämlich gesehen, dass es dort einen großen Wald gibt, mit ein paar Bergen und offenbar auch Steilküsten und Stränden.

Was ich an chinesischen Landkarten weniger schätze, ist das vollkommene Fehlen eines Maßstabs. Das Taxi fährt dann auch irgendwie erstaunlich lang, in eine wirklich abgelegene Gegend. Andere Taxis gibt's dort jedenfalls keine. Doch auf meine Frage hin erklärt mir die Taxifahrerin (netterweise etwa dreimal, bis ich es verstehe), dass von hier alle halben Stunden bis 18.30 der Bus Linie 6 fährt. Sollte mein Chinesisch allerdings doch noch nicht so grandios sein, wie ich bis gerade eben dachte, und sie hat mir in Wirklichkeit offenbart, dass der nächste Bus in einem halben Jahr im sechsten Monat fahren würde … na, dann gibt’s da immer noch diesen Herren da drüben vor dem verfallenen Wellblech-Schuppen, der offenbar ein Motorrad besitzt.

Recht entspannt krabbele ich dann also auf Strand und Felsen herum. Außer mir gibt es hier nur ein paar Fischer, einige wenige andere Spaziergänger – und natürlich keine Touristen. Der Strand und die Steilküste sind spektakulär – und am tollsten ist, dass ich von dort auch direkt in die Hügel gelangen kann und folglich mitten hinein in den subtropischen Wald. Da wandere ich natürlich gleich darauf los. Als mir allerdings bewusst wird, dass die Wege völlig unmarkiert sind, wandelt sich meine Wanderung in einen Spaziergang, was den Spaß nicht mindert.

Der Rückweg klappt ganz gut, auch wenn es hier am Land keine Stationen mehr gibt, sondern die wenigen Fahrgäste offenbar wissen, wo der Bus hält. Ich allerdings nicht - also marschiere ich halt einfach einmal drauflos und warte, bis mir der Bus entgegen kommt. Als ich dem Fahrer freundlich zuwinke, bleibt er gleich stehen und nimmt mich mit. Plaudernd fahren wir einige Runden durch die hiesigen Kaffs, und eine halbe Stunde später bin ich wieder in Beihai. Der Bus bietet nur etwa zehn Fahrgästen Platz und wirkt, als würde er jeden Moment auseinanderfallen. Außer mir, dem Fahrer und einer Schaffnerin fahren nur noch drei Bäuerinnen mit. Als ich aussteige, winken sie mir alle nach.


Heute meldet sich der rasende reisende Reporter aus Beihai. Wo auch immer ich gehe, entweder ich schleppe meinen Laptop mit - wie hier im Hotelzimmer ...


... oder ich schreibe auf herkömmliche Art - wie hier kurz vor dem Treffen mit meinen asiatischen Omas. Soviel also zum Aktualitätsbeweis meiner Berichte. Zur Sache. Beihai.

Da fliegt man 2.000 Kilometer in eine ferne Provinz, fährt 200 Kilometer mit dem Zug in ein abgelegenes Örtchen - und dann schaut's da aus wie am St. Pöltener Hauptplatz.

Zum Glück gibt's da noch die Hintergasseln. Die sind zwar auch teilweise kolonial-französisch (wir sind ja nahe der vietnamesischen Grenze), aber das Flair ist ein ganz anderes. Und ja: China kann auch menschenleer sein.

Jetzt wird's richtig chinesisch: das Frühlingsfest nähert sich, und da ist jede Haustüre bereits mit den "Duilian" - den doppelten Sinnsprüchen - und anderem Traditionellen geschmückt.

Mein erster Anblick des chinesischen Meeres: Fischerbötlein an der Nordküste von Beihai.

Und das ist der Silberstrand. Notfalls könnte man Chinas Menschenmassen da noch hinstopfen.

Allerdings muss man sich dann eine Alternativlösung für die kleinen Krabben ausdenken, die dort bereits flächendeckend ihre Kugerln machen. (Größe des Tierchens übrigens etwa 1 cm)

Die Natur ist in Beihai überhaupt sehr originell - auch wenn Bruder Baum dort unten nicht zwingend zum Umarmen einlädt.

Clemens fährt wieder einmal Bus. Und so schaut's dann dort aus, wo er auf den RICHTIGEN Bus warten muss. (Dafür hätte ich ohne diese Fehlfahrt Koarl nicht wiedergetroffen.)

Der äußerste Westzipfel der Beihai-Halbinsel steht nun wirklich in keinem Reiseführer mehr. Dabei ist er toll. (Wenn man erstmal hinkommt.)

Die Fischer vertrauen dort jedenfalls noch traditionellen Fangmethoden. (Und ihrem Gleichgewicht.)

Direkt neben der Küste: der subtropische Regenwald. Falls es sowas überhaupt gibt. Jedenfalls war's Wald, der hat tropisch ausgeschaut, und geregnet hat's auch.

Und mittendrin, ganz hoch oben über dem Meer, plötzlich eine Plattform mit einem Boot drauf. Hach, das lädt zu manch' keckem Schabernack ein. (rudolfottokar: Das Zeigen ist extra für Dich und Deine Gattin.)

Beim Versuch, von dort draußen wieder zurück nach Beihai zu kommen, stieß ich zwar zunächst nicht auf die erhoffte Busstation, dafür aber auf eine wirklich originelle Werft. In Handarbeit werden dort liebevoll ziemlich schöne Schiffe zusammengebaut. Jetzt brauchen die nur noch ein Meer dafür zu graben.

Der freundliche Busfahrer klaubt mich dann mitten in der Botanik auf und bringt mich zurück. Durch das Fenster sichtbar sind die anderen Fahrgäste und die Schaffnerin.

Donnerstag, 25. Dezember 2008

Guangxi - I: Zwischenmenschliches

Die Wahnsinnigen haben mich in ein Fünfsterne-Hotel einquartiert! Aber für 29 Euro pro Nacht sag' ich da nicht nein und nutze stattdessen gleich die gratis Internet-Connection in meinem Zimmer.

Weihnachten in den Tropen
Ja, ich bin in der Provinz Guangxi, 2.100 Kilometer südwestlich von Shanghai. Die Hauptstadt Nanning hat ein völlig anderes Flair als die Städte in Ostchina - es erinnert mehr an Südostasien. Auch die Sprache hier könnte eigentlich fast Vietnamesisch sein, so viel wie ich vom hiesigen Dialekt verstehe.

Aber ich will noch gar nicht viel vom Sightseeing berichten, denn bereits auf dem Flug hierher begab sich Berichtenswertes.

Im Flugzeug von Shanghai nach Nanning war ich der einzige Westler. Das heißt, nein: Einen zweiten gab es noch. Er saß genau vor mir. Und er kam aus Klagenfurt. Manchmal bezweifle ich, dass es wirklich nur 9 Millionen Österreicher gibt. Im schönen Heimatland vielleicht - aber im Rest der Welt leben sicher nochmal 100 Millionen.

Egal, ansonsten war ich jedenfalls der einzige.

Koarl
Doch nun zum Bemerkenswerten. Es ist nämlich so, dass ich - egal, wohin ich fliege - immer den gleichen Sitznachbarn habe.

Er heißt Koarl. (Oder zumindest sollte er so heißen.)

Koarl ist etwa Mitte Fünfzig, hat 180 Kilo, die er großzügig über seinen eigenen Sitz und etwa die Hälfte des meinigen verteilt, fällt Sekunden nach dem Hinsetzen in einen komaähnlichen Schlaf, sucht dabei - enthusiastisch transpirierend und seitlich hinwegsinkend - starken Körperkontakt, während er mir direkt ins Ohr eine zauberhafte Symphonie schnarcht, und erwacht erst wieder nach der Landung, wenn ich - dank regelmäßigen Teekonsums und blockierten Toilettenweges - bereits dunkelgelbe Augen habe.

Doch diesmal war Koarl offenbar verhindert. Denn neben mir saß eine junge Frau, keineswegs übergewichtig und hellwach.

Wo ist Koarl?
Ich war zunächst ein wenig verstört, wollte mich schon bei ihr erkundigen, ob Koarl denn womöglich der hart erarbeitete Herzkasperl getroffen hätte und sie nun die Vertretung wäre, entschied mich dann aber doch lieber für mein übliches, offenes Auftreten während des Reisens: Ich zog ein mürrisches Gesicht, klebte meine Nase an das Fenster und war auch sonst kontaktfreudig wie zwei grantige Stachelschweine.

Das ging auch etwa zwei Stunden lang gut, doch dann sprach mich meine Sitznachbarin an. Natürlich auf Chinesisch, aber erstaunlicherweise entspann sich trotzdem ein ausgesprochen nettes Geplauder, in dem es um chinesische Hauptstädte, Taiwan, Astronomie, Studium und auch sonst noch allerhand ging.

Im Laufe des Gesprächs stellte sich heraus, dass sie aus Nanning stammt, jetzt in Shanghai arbeitet und über Weihnachten nach Hause fliegt, um ihre Familie zu besuchen. Weiters sollte ich der Vollständigkeit halber hinzufügen, dass sie bildhübsch war, ausgesprochen sympathisch, hilfsbereit, klug - und sogar hervorragend Englisch sprach, was in stockenden Konversationsmomenten sehr hilfreich war.

Nach der Landung warteten wir gemeinsam, bis mein Rucksack endlich auf dem Förderband erschien, und sie half mir noch bei diversen Formalitäten. Dann schritten wir durch den Ausgang des Flughafens, frühlingshafte Abendluft umfing mich, und es entstand ein kurzer Moment des Zögerns. Ich fragte sie, wie sie denn nun in die Stadt käme.

Wahre Meisterschaft zwischenmenschlichen Verhaltens
So.

Bis hierher hätten Viele wahrscheinlich noch ähnlich reagiert. Aber jetzt darf ich mit einer kleinen Überraschung aufwarten. Denn was erwiderte ich auf ihre Auskunft, sie würde mit dem Bus ins Stadtzentrum fahren, um dann von dort ein Taxi nach Hause zu nehmen?

Richtig.

Ich sagte: "Ich glaub', ich nehme lieber gleich ein Taxi."

Dann verabschiedete ich mich noch mit den Worten: "Vielleicht treffen wir uns ja einmal zufällig in der Stadt oder so", und wunderte mich über ihren etwas irritierten Blick.

Nach einer halbstündigen Taxifahrt kam ich in meinem Hotelzimmer an, beobachtete die explosionsartige Selbstentpackung meines Rucksacks und dachte ein wenig nach.

Dann fiel mir folgendes auf:

* Eine interessante Frau sitzt zufällig neben mir im Flugzeug.

* Sie sieht nicht wie Koarl aus und riecht auch anders.

* Sie spricht mich an.

* Eine angeregte und -nehme Unterhaltung findet statt.

* Sie kennt das Reiseziel, über das ich nichts weiß, in und auswendig.

* Sie arbeitet üblicherweise in Shanghai, wo ich auch lebe.

* Sie wartet nach dem Aussteigen auf mich und hilft mir mit meinem Gepäck.

* Ich frage sie nicht nach ihrem Namen.

* Ich erfrage keinerlei Möglichkeit, Kontakt mit ihr aufzunehmen, um sich vielleicht einmal auf einen Kaffee zu treffen.

* Ich nütze nicht die Gelegenheit, gemeinsam den Bus zu nehmen, um noch ein wenig zu plaudern, und

* ich lade sie auch nicht ein, das erste Stück des Weges gemeinsam im Taxi zurückzulegen.

Warum?

Gute Frage. Wüsste ich auch gerne.

Naja - in Wirklichkeit tue ich das ja alles absichtlich, damit ich hier was zu posten habe, was in das Konzept meines mühsam aufgebauten Images vom Typ "Würschtl" passt.

Also dann halt ein Weihnachtsgruß
Hier ist es - auch ohne sympathische, ortskundige Bekannte - jedenfalls wunderbar, und sowohl Weihnachtsabend als auch Christtag habe ich zuvor noch nie auf ähnliche Weise verbracht.

Der Beweis hier gleich in Bild und Ton:


Dienstag, 23. Dezember 2008

Frohe Ostern!

Halleluja, es ist soweit: Die ersten von mir völlig ignorierten Weihnachten meines Lebens stehen vor der Türe!

Gleichzeitig auch meine erste wirklich weite Reise innerhalb Chinas. Morgen am Weihnachtsabend fliege ich also ab und werde dann eine gute Woche lang weder E-Mail- noch Blog-Kontakt haben. (Größere Geldbeträge nehme ich aber gerne an. Da findet sich schon ein Weg.)

Mich für diesen Umstand entschuldigend, möchte ich an dieser Stelle weihevollen Dank aussprechen für die letzten vier Monate, in denen die Bloggerei nicht zuletzt dank der unerwartet vielen Kommentare und LeserInnen eines meiner liebsten Hobbies war. Nur weiter so, dann werde ich das Bloggen vielleicht doch nicht zugunsten einer Intensivierung meiner tuvinischen Kehlkopfgesangsstudien aufgeben.
Auch möchte ich Euch allen mit unten angefügtem, ausgesprochen festlichem Bildchen "Frohe Weihnachten" wünschen und hoffen, dass es dort wo ich hinfliege einerseits spannend ist, damit ich nach meiner Rückkehr auch was bloggen kann, und andererseits auch wieder nicht allzu spannend, damit die erwähnte Rückkehr überhaupt stattfindet.

Und wenn's sich ergibt: Schickt's mir das Christkind vorbei - ich hab irgendwie keine Weihnachtskekse hier :P.


Was tut man nicht alles, um noch ein kleines bisschen dümmer auszusehen als ohnehin eh schon. Pfröhliche Pfeihnachten.

Donnerstag, 20. November 2008

Ein Weihnachtsmärchen?

Was macht Klein-Clemi allein im großen China eigentlich zu Weihnachten?

Diese Frage begann mich anlässlich meiner ersten Adventzeit ohne jeden Weihnachtskitsch, Punsch oder lebensgefährliche Einkaufssamstage auf der Mariahilferstraße jüngst heftig zu bewegen; denn schließlich wird hierzulande Weihnachten überhaupt nicht gefeiert - und viele meiner hiesigen Bekannten werden während der Ferien nicht in Shanghai sein. Daher beschloss ich kurzerhand, einfach auch nicht da zu sein. Also - schon in China, aber eben nicht in Shanghai. Wird eh Zeit für meine erste größere Reise.

Doch wohin soll ich mich wenden?
Eine gar nicht so einfach zu beantwortende Frage, denn die Sache mit China ist ja die, dass wir es hier mit ganz schön viel Land für ziemlich wenig Clemens zu tun haben, also will reiflich überlegt sein, wie wir letztgenannten am effizientesten auf erstgenanntes verteilen, um ... ähm ... na, jedenfalls wo ich hinfahren soll.

Ich ließ also nonchalant die Augen über meine ebenso groß -e wie -artige Chinakarte schweifen, in der Hand den Lonely-Planet-Reiseführer (hierzulande angeblich verboten) und traf eine Entscheidung: "Guangxi" heißt eine große Provinz ganz unten im Süden. Es ist eine autonome Region für die Minderheit der "Zhuang" - und überhaupt macht ein buntes Gemisch an Minderheiten über 75% der dortigen Einwohner aus; die Han-Chinesen sind also in der Minderzahl.
Da wäre es doch eine gute Idee, dieses bunte Ethno-Gemisch um eine weitere Minderheit zu bereichern: mich selbst. Ich bin ja wirklich ausgesprochen selten - und eigentlich vom Aussterben bedroht, da es von mir ja nur noch ein Exemplar gibt. Folglich fühle ich mich an einem solchen Hort der Vielfalt schon mal a priori sehr wohl.

Ganz Guangxi ist schön. Ganz Guangxi? Nein ...
Dazu kommt noch, dass Guangxi die großartigsten Sehenswürdigkeiten beherbergt: Die weltberühmten Karstberge von Guilin, die Felszeichnungen von Zuojiang, den Detian-Wasserfall an der Grenze zu Vietnam, Chinas schönste Strände sowie unzählige Naturwunder und antike Siedlungen. Ja, eigentlich gibt es nur einen Ort in Guangxi, wo sich laut Reiseführer der Aufenthalt nicht wirklich lohnt: die Hauptstadt Nanning.

Nun ...

Jaaaaa, ich weiß schon, das ist vielleicht ein bisschen dämlich - aber wenn ich die Worte "... kann der Reisende getrost auslassen ..." in einem Reiseführer sehe, zieht es mich einfach magisch an diesen Ort.

Und so bin ich seit heute stolzer Besitzer eines Flugtickets nach Nanning. Die ersten drei Nächte der kurzen Weihnachtsferien werde ich in dieser 1,3-Millionen-Einwohner-Stadt verbringen - in einem ebenso bereits vorgebuchten Hostel - und mich vermutlich unfassbar langweilen, weil's dort nix zu sehen gibt.
Die übrigen vier Nächte habe ich allerdings freigelassen; da möchte ich vor Ort reisen wohin auch immer der Wind (oder der letzte mögliche Zug) mich trägt. Dabei muss ich allerdings sehr acht geben, dass ich nicht versehentlich einen der wirklich schönen Orte in Guangxi streife; denn derer gibt es offensichtlich zahllose, und kaum dreht man sich um, sieht man womöglich etwas ganz Tolles. Und das wollen wir doch alle nicht, denn wie langweilig wäre dieses Blog, wenn ich dauernd nur von irgendwelchen "schönen Stränden", "tollen Museen" oder "großartigen architektonischen Wunderwerken" berichtete.

Eigenlob hat Gold im Mund
So, und jetzt ist meine natürliche Bescheidenheit am Ende ihrer Belastungsfähigkeit, und ich muss es einfach verkünden: Ich habe die gesamte Organisation und Buchung dieses Urlaubes in einem kleinen, lokalen Reisebüro vollkommen auf Chinesisch und ohne jede Hilfe vorgenommen! Zwar bestanden etwa 50% des Gesprächs mehr aus Educated Guesses als sonst etwas, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass ich meine erste komplexe Operation - und im Zuge dessen sogar mein erstes Telefonat - auf Chinesisch vorgenommen habe! Darauf bin ich natürlich mächtig stolz.

Zurecht fragt sich nun wohl aber auch jeder, der mich kennt, wo ich zu Weihnachten tatsächlich landen werde.

Die Reise beginnt standesgemäß am Abend des 24. und endet (hoffentlich) am Abend des 31. Dezember. Sollte sich also am 1. Jänner an dieser Stelle ein Posting des Titels "Mein Überraschungsaufenthalt in Kasachstan" finden, dann wissen wir sofort: "Aha! Die Fähigkeiten zur Abwicklung komplexer Organisation in der Landessprache wurden maßlos überschätzt."