Hallo, ich bin's: euer Wettergott.
Unbescheidene Begrüßung oder Einleitung zu einer Litanei darüber, wie sehr ich nicht vom Wetterpech verfolgt bin?
Letzteres.
Ich weiß, ich weiß, das ist nicht sehr originell, und jeder teilt das Gefühl, da oben im Himmel säße irgendsoein sadistisches Schwein, das jedem Erdenbürger maßgeschneidertes Dreckwetter schickt, wenn man es am wenigsten braucht.
Aber ich brachte Regen in die Rub-al-Khali - zum ersten Mal seit 5 Jahren (laut Aussage der Einheimischen). Ich darf das.
Also.
Ich war ja in Guizhou. Für vier Tage. Das war ein wirklich herrlicher Aufenthalt: die Landschaft überwältigend, die Hauptstadt Guiyang einmalig schön mitten in tropisch bewaldeten Bergen gelegen, mit aufregender Architektur und von ganz eigenem, südostasiatischem Flair, köstlich-scharfes Essen, freundliche Menschen und praktisch keine Touristen. Perfekt. Nur das, weswegen ich hingeflogen bin ... das Wetter nämlich ... naja, Hitzewelle halt. Dauer: exakt vier Tage. Beginn: am Tag meiner Ankunft, Ende: am Tag nach meinem Abflug. Temperatur: 31° - 32° (wo es sonst 25° hat). Allerdings rege ich mich da gar nicht auf, denn im Vergleich zu Shanghai war das wirklich geradezu frühlingshaft. (Gestern haben wir endlich die 40°-Marke durchschlagen. Gefühlte 46° laut Wetterbericht.)
Worüber ich mich aber schon aufrege: Seit drei Wochen haben wir in Shanghai ununterbrochenen Sonnenschein. Ohne von einem Wölklein gestört zu werden - geschweige denn von kühlendem Regen - knallt die Sonne von einem erbarmungslos blauem Himmel, während ich unentwegt röchelnd nur meine Hände gen Himmel recken und Gott um eine schattenspendende Wolke bitten konnte.
Doch Gott ist sowohl gnädig, als auch beweist er Sinn für Humor: Er sandte mir die gewünschte Wolke. Und noch ganz, ganz viele andere gratis mit dazu. Und überhaupt gleich ein ganzes Gewitter inklusive wolkenbruchartige Regenfälle, Blitz, Donner und Sturm.
Und wann tat er das?
Heute. Am Tag der totalen Sonnenfinsternis.
So ward es dunkel, nach fünf Minuten wieder hell - und ich sowie die Millionen anderen Finsternisbeobachter (die teilweise noch viel ärmer sind, weil extra nach China gereist) sahen von der Sonne original gar nichts. Dafür sehr viel Regen.
Aber ab morgen ist sie ja eh wieder zurück, die Sonne. Inklusive Hitze.
Amen.
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Dienstag, 21. Juli 2009
Freitag, 26. Dezember 2008
Guangxi - III: Reisendes
In einer halben Stunde werde ich aus meinem Luxus-Hotel auschecken (und wahrscheinlich bemerken, dass ich aufgrund eines Missverständnisses doch nicht nur 29 Euro sondern 290 Euro bezahle :P). Dann geht's zum Bahnhof, denn ich bin bereits stolzer Besitzer eines Return-Tickets nach Beihai, 220 Kilometer im Süden, am tropischen Strand des Südchinesischen Meeres.
Was ich nicht habe ist eine Unterkunft dort, und da ich bezweifle, dass ich nochmals auf ein um 70% reduziertes Luxushotel stoße, folgt mein nächstes Posting wohl erst nach meiner Rückkehr.
Es ist wohl unnötig hinzuzufügen, dass es heute, wo ich mich bereits auf die Fahrt durch das wilde, ländliche Südchina gefreut habe, draußen den dicksten Nebel und Regen aufgefahren hat, den ich je in China erlebt habe. Die Aussicht aus dem Zugfenster wird folgerichtig in etwa am Bahndamm enden.
Hoffentlich geht's Koarl wenigstens wieder gut, dann hab ich während der Fahrt wen zum Plaudern.
Frohes Neues Jahr, mitnand! Ich bin dann mal weg ... ;)
Was ich nicht habe ist eine Unterkunft dort, und da ich bezweifle, dass ich nochmals auf ein um 70% reduziertes Luxushotel stoße, folgt mein nächstes Posting wohl erst nach meiner Rückkehr.
Es ist wohl unnötig hinzuzufügen, dass es heute, wo ich mich bereits auf die Fahrt durch das wilde, ländliche Südchina gefreut habe, draußen den dicksten Nebel und Regen aufgefahren hat, den ich je in China erlebt habe. Die Aussicht aus dem Zugfenster wird folgerichtig in etwa am Bahndamm enden.
Hoffentlich geht's Koarl wenigstens wieder gut, dann hab ich während der Fahrt wen zum Plaudern.
Frohes Neues Jahr, mitnand! Ich bin dann mal weg ... ;)
Samstag, 13. September 2008
Sinlaku
Diesen hübschen Namen trägt ein Taifun, der gerade in der Gegend von Taiwan herumweht und sich auf die südostchinesische Küste zubewegt. Der Taifun an sich ist ja eine ziemlich Sau von Wind, denn er wirbelt stürmisch im Kreise und bringt damit gar grausig Wetter sowie oftmals Zerstörung. In amerikanischen Gefilden bezeichnet man solche Wirbelwinde als Hurrikans, im asiatischen Raum eben als Taifune.
Sie sind übrigens im September und Oktober hier ganz normal. Faszinierend ist nur das Timing, mit dem ihre Ausläufer ihre Regengüsse umherwerfen.
Akurater, subtropischer Regen
Das Wetter hier ist ja überhaupt durchaus faszinieren: Die Sonne brütet mit einer Kraft, die ihresgleichen sucht, das wahre Problem ist aber die Luftfeuchtigkeit. Sie ist das ganze Jahr über so hoch, dass Fischlein vermutlich an Land überleben könnten. Man spürt das als einen ständigen, feuchten Film auf der Haut, und unsereiner leistet schwitztechnisch Übermenschliches, da selbst bei 25 Grad Außentemperatur bereits geringste körperliche Anstrengungen wie Uhraufziehen oder Augenbrauenhochziehen ausreichen, um innert Sekunden stirnlings fontänenartig Feuchtigkeit zu verbreiten. Aber selbst schuld, warum ziehe ich auch in eine subtropische Stadt?
Doch nicht nur die Luftfeuchtigkeit fühlt sich ganz anders an als in Europa. Auch der Regen ist nicht zu vergleichen. Heute hatte ich hautnahe Gelegenheit, mich davon zu überzeugen. So fuhr ich denn mit dem Fahrrad in ein nahes Einkaufzentrum, um mir dort ein kleines Picknick zusammenzustellen, das ich hernach in einem Park zu mir zu nehmen gedachte, wo wiederum ich eifrig lernen wollte.
Die Kurzfassung meines Ausfluges
9h - 12h: strahlender Sonnenschein
12.00: ich radle los
12.05: sintflutartiger Regen beginnt
12.06: ich radle unter einem Schirm
12.15: ich erreiche das Einkaufszentrum und erledige tropfend meine Einkäufe
12.17: der Regen stoppt
12.30: ich radle zurück zum Dorm (die Picknickpläne sind gecancelt)
12.31: sintflutartiger Regen beginnt
12.32: ich radle unter dem Schirm
12.45: ich erreiche das Dorm
12.50: der Regen stoppt
18.45: ich schreibe diesen Eintrag. draußen seither strahlender Sonnenschein
... und dieser Regen besteht aus Tropfen, so groß wie ein Fingernagel, ist ausgesprochen warm - und bringt auch keinerlei Abkühlung. Nach den Regengüssen dampft alles in einer schwülen Hitze, die nur sehr schwer zu ertragen ist. Und das mir. Aber meteorologisch von größtem Interesse. Ich bin schon gespannt, wie sich so ein Taifun im 16. Stock eines Hochhauses anfühlt.
Sie sind übrigens im September und Oktober hier ganz normal. Faszinierend ist nur das Timing, mit dem ihre Ausläufer ihre Regengüsse umherwerfen.
Akurater, subtropischer Regen
Das Wetter hier ist ja überhaupt durchaus faszinieren: Die Sonne brütet mit einer Kraft, die ihresgleichen sucht, das wahre Problem ist aber die Luftfeuchtigkeit. Sie ist das ganze Jahr über so hoch, dass Fischlein vermutlich an Land überleben könnten. Man spürt das als einen ständigen, feuchten Film auf der Haut, und unsereiner leistet schwitztechnisch Übermenschliches, da selbst bei 25 Grad Außentemperatur bereits geringste körperliche Anstrengungen wie Uhraufziehen oder Augenbrauenhochziehen ausreichen, um innert Sekunden stirnlings fontänenartig Feuchtigkeit zu verbreiten. Aber selbst schuld, warum ziehe ich auch in eine subtropische Stadt?
Doch nicht nur die Luftfeuchtigkeit fühlt sich ganz anders an als in Europa. Auch der Regen ist nicht zu vergleichen. Heute hatte ich hautnahe Gelegenheit, mich davon zu überzeugen. So fuhr ich denn mit dem Fahrrad in ein nahes Einkaufzentrum, um mir dort ein kleines Picknick zusammenzustellen, das ich hernach in einem Park zu mir zu nehmen gedachte, wo wiederum ich eifrig lernen wollte.
Die Kurzfassung meines Ausfluges
9h - 12h: strahlender Sonnenschein
12.00: ich radle los
12.05: sintflutartiger Regen beginnt
12.06: ich radle unter einem Schirm
12.15: ich erreiche das Einkaufszentrum und erledige tropfend meine Einkäufe
12.17: der Regen stoppt
12.30: ich radle zurück zum Dorm (die Picknickpläne sind gecancelt)
12.31: sintflutartiger Regen beginnt
12.32: ich radle unter dem Schirm
12.45: ich erreiche das Dorm
12.50: der Regen stoppt
18.45: ich schreibe diesen Eintrag. draußen seither strahlender Sonnenschein
... und dieser Regen besteht aus Tropfen, so groß wie ein Fingernagel, ist ausgesprochen warm - und bringt auch keinerlei Abkühlung. Nach den Regengüssen dampft alles in einer schwülen Hitze, die nur sehr schwer zu ertragen ist. Und das mir. Aber meteorologisch von größtem Interesse. Ich bin schon gespannt, wie sich so ein Taifun im 16. Stock eines Hochhauses anfühlt.
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