... doch ich lass mich nicht braten. Hier hat's laut Wetterbericht 36°, aber anfühlen tut sich's dank der Schwüle (ebenfalls laut Wetterbericht) wie 43°.
Was sagt uns das?
Nun - wer mich kennt, weiß: Kaum erhebt sich des Thermometers Quecksilber zögerlich-sanft über die 20°-Grad-Grenze, verwandle ich mich spontan in eine beeindruckende Springbrunnen-Persiflage und kenne kaum noch andere Gesprächsthemen als die UNÄRTRÄÄÄÄÄGLICHÄÄÄÄ HITZÄÄÄÄÄÄ.
Na, könnts Euch vorstellen, wie's mir hier zurzeit geht.
Was also tun?
Ganz einfach: Ich trof vorgestern in einem Restaurant zwei Studenten aus Guizhou. Das ist eine Provinz, die nicht besucht zu haben mir ohnehin schon seit längerem sehr Leid tat. (Dieses gschissene Land ist einfach zu groß.) Und dann besitzen die zwei auch noch die Unverfrorenheit, mich nicht früher kennengelernt und mir erzählt zu haben, dass Guizhou auf einem Hochplateau liegt und daher sehr angenehme Sommer ihr (sein?) Eigen nennt!
Wir haben dann noch sehr nett dahingeplaudert, und wie üblich musste ich fest versprechen, falls es mich mal nach Guizhou zieht, mich unbedingt zu melden. Dann bin ich rausgegangen aus dem klimatisierten Raum. Und als mich da draußen wieder einmal die Hitzekeule mit einem fröhlichen Frontalschlag ins Gesicht begrüßte, war ich nur mehr eines benommenen Gedanken fähig: "Ich muss weg!"
Woraufhin ich gleich ein Ticket nach Guizhou gebucht habe, wo ich demgemäß morgen hinfliegen werde. Ist eine hochinteressante Gegend mit atemberaubender Landschaft, unzähligen Dörfern ethnischer Minderheiten - und angeblich vom Tourismus noch so gut wie unberührt.
Ich bleibe dort nur vier Tage, werde aber zweifelsohne wieder einmal einen Weg finden, alles, was ich nicht kaputt mache, auf andere Weise kreativ falsch anzupacken - und falls dem tatsächlich so ist, werde ich danach darüber berichten. Falls nicht, dann nicht.
Kaum war das Ticket gebucht habe ich jedenfalls festgestellt, dass es dort unten gerade ungewöhnlicherweise mit jedem Tag heißer wird und außerdem ein Taifun in der Gegend herumbläst.
Ideale Voraussetzungen für einen gelungenen Urlaub also - man darf gespannt sein.
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Montag, 13. Juli 2009
Samstag, 13. September 2008
Sinlaku
Diesen hübschen Namen trägt ein Taifun, der gerade in der Gegend von Taiwan herumweht und sich auf die südostchinesische Küste zubewegt. Der Taifun an sich ist ja eine ziemlich Sau von Wind, denn er wirbelt stürmisch im Kreise und bringt damit gar grausig Wetter sowie oftmals Zerstörung. In amerikanischen Gefilden bezeichnet man solche Wirbelwinde als Hurrikans, im asiatischen Raum eben als Taifune.
Sie sind übrigens im September und Oktober hier ganz normal. Faszinierend ist nur das Timing, mit dem ihre Ausläufer ihre Regengüsse umherwerfen.
Akurater, subtropischer Regen
Das Wetter hier ist ja überhaupt durchaus faszinieren: Die Sonne brütet mit einer Kraft, die ihresgleichen sucht, das wahre Problem ist aber die Luftfeuchtigkeit. Sie ist das ganze Jahr über so hoch, dass Fischlein vermutlich an Land überleben könnten. Man spürt das als einen ständigen, feuchten Film auf der Haut, und unsereiner leistet schwitztechnisch Übermenschliches, da selbst bei 25 Grad Außentemperatur bereits geringste körperliche Anstrengungen wie Uhraufziehen oder Augenbrauenhochziehen ausreichen, um innert Sekunden stirnlings fontänenartig Feuchtigkeit zu verbreiten. Aber selbst schuld, warum ziehe ich auch in eine subtropische Stadt?
Doch nicht nur die Luftfeuchtigkeit fühlt sich ganz anders an als in Europa. Auch der Regen ist nicht zu vergleichen. Heute hatte ich hautnahe Gelegenheit, mich davon zu überzeugen. So fuhr ich denn mit dem Fahrrad in ein nahes Einkaufzentrum, um mir dort ein kleines Picknick zusammenzustellen, das ich hernach in einem Park zu mir zu nehmen gedachte, wo wiederum ich eifrig lernen wollte.
Die Kurzfassung meines Ausfluges
9h - 12h: strahlender Sonnenschein
12.00: ich radle los
12.05: sintflutartiger Regen beginnt
12.06: ich radle unter einem Schirm
12.15: ich erreiche das Einkaufszentrum und erledige tropfend meine Einkäufe
12.17: der Regen stoppt
12.30: ich radle zurück zum Dorm (die Picknickpläne sind gecancelt)
12.31: sintflutartiger Regen beginnt
12.32: ich radle unter dem Schirm
12.45: ich erreiche das Dorm
12.50: der Regen stoppt
18.45: ich schreibe diesen Eintrag. draußen seither strahlender Sonnenschein
... und dieser Regen besteht aus Tropfen, so groß wie ein Fingernagel, ist ausgesprochen warm - und bringt auch keinerlei Abkühlung. Nach den Regengüssen dampft alles in einer schwülen Hitze, die nur sehr schwer zu ertragen ist. Und das mir. Aber meteorologisch von größtem Interesse. Ich bin schon gespannt, wie sich so ein Taifun im 16. Stock eines Hochhauses anfühlt.
Sie sind übrigens im September und Oktober hier ganz normal. Faszinierend ist nur das Timing, mit dem ihre Ausläufer ihre Regengüsse umherwerfen.
Akurater, subtropischer Regen
Das Wetter hier ist ja überhaupt durchaus faszinieren: Die Sonne brütet mit einer Kraft, die ihresgleichen sucht, das wahre Problem ist aber die Luftfeuchtigkeit. Sie ist das ganze Jahr über so hoch, dass Fischlein vermutlich an Land überleben könnten. Man spürt das als einen ständigen, feuchten Film auf der Haut, und unsereiner leistet schwitztechnisch Übermenschliches, da selbst bei 25 Grad Außentemperatur bereits geringste körperliche Anstrengungen wie Uhraufziehen oder Augenbrauenhochziehen ausreichen, um innert Sekunden stirnlings fontänenartig Feuchtigkeit zu verbreiten. Aber selbst schuld, warum ziehe ich auch in eine subtropische Stadt?
Doch nicht nur die Luftfeuchtigkeit fühlt sich ganz anders an als in Europa. Auch der Regen ist nicht zu vergleichen. Heute hatte ich hautnahe Gelegenheit, mich davon zu überzeugen. So fuhr ich denn mit dem Fahrrad in ein nahes Einkaufzentrum, um mir dort ein kleines Picknick zusammenzustellen, das ich hernach in einem Park zu mir zu nehmen gedachte, wo wiederum ich eifrig lernen wollte.
Die Kurzfassung meines Ausfluges
9h - 12h: strahlender Sonnenschein
12.00: ich radle los
12.05: sintflutartiger Regen beginnt
12.06: ich radle unter einem Schirm
12.15: ich erreiche das Einkaufszentrum und erledige tropfend meine Einkäufe
12.17: der Regen stoppt
12.30: ich radle zurück zum Dorm (die Picknickpläne sind gecancelt)
12.31: sintflutartiger Regen beginnt
12.32: ich radle unter dem Schirm
12.45: ich erreiche das Dorm
12.50: der Regen stoppt
18.45: ich schreibe diesen Eintrag. draußen seither strahlender Sonnenschein
... und dieser Regen besteht aus Tropfen, so groß wie ein Fingernagel, ist ausgesprochen warm - und bringt auch keinerlei Abkühlung. Nach den Regengüssen dampft alles in einer schwülen Hitze, die nur sehr schwer zu ertragen ist. Und das mir. Aber meteorologisch von größtem Interesse. Ich bin schon gespannt, wie sich so ein Taifun im 16. Stock eines Hochhauses anfühlt.
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