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Montag, 6. April 2009

Go West - Vc: Des Raetsels Loesung ... und Massen von Lehm

Ach so DESHALB!

Aber mir sagt ja wieder keiner was.

Da muss erst ein privat um teures Geld angemieteter Fahrer, Jahrgang 1981 und wohnhaft in der Umgebung von Xi'an, mir derzaehlen, dass genau deckungsgleich mit meinem Aufenthalt in dieser schoenen Stadt (naemlich von Samstag bis Montag) der Chinese das Qing Ming Jie begeht - das Grabsteinkehr-Fest (im Prinzip unser Allerseelen, nur dass die Reinigung der Graeber der Vorfahren im Vordergrund steht). Und zu diesem Behufe begibt sich erwaehnter Chinese in einmilliardenfacher Ausfertigung eben an jene Orte, an denen bewusste Vorfahren ihre letzte Ruhe zu finden von fuersorglichen Verwandten gezwungen worden waren.

DARUM ist also alles mit Leuten verstopft! Und das muss sich natuerlich haargenau mit meinem Aufenthalt in der einzigen, wirklich beruehmten Touristendestination decken. In Bozhou waer mir das wahrscheinlich nicht einmal aufgefallen.

Aber ich freu mich ja nur, dass ich jammern kann. Denn tatsaechlich habe ich heute endlich die Gatschpupperln gesehen! *wa-hey*

Und sie sind wirklich beeindruckend. Drei Stunden lang bewanderte ich das umfangreiche Gelaende in reizvoller Lage am Fusse einer Bergkette, die so beruehmt ist, dass ich den Namen vergessen habe. (Aber ist eh wieder nur so ein Bergchinesisch.) Ich sah die tausenden Soldaten, Pferde, Streitwagen und Waffen in den unterirdischen Kammern der Nekropolis von Huang Di, dem ersten Kaiser von China - teils rekonstruiert, teils im Originalzustand, die der wahnsinnige Herrscher anlaesslich seines bevorstehenden Todestages anfertigen liessen gehatte (<= Vorvorvergangenheit. Streng genommen notwendig hier).

Zusammen uebrigens mit dem groessten Grabmahl der Welt, einer vollstaendigen unterirdischen Stadt, die ein Spiegelbild des gesamten chinesischen Reichs inklusive Himmel darstellte - inklusive der grossen chinesischen Fluesse, die mit fliessendem Quecksilber simuliert wurden. Um die gesamte Anlage auszugraben, muessten ganze zwoelf chinesische Doerfer umgesiedelt werden. Und obwohl seit uber 30 Jahren gegraben wird, ist erst ein kleiner Teil freigelegt. Da uebertreiben sie nicht, die Chinesen, wenn sie vom achten Weltwunder sprechen.

Das waere also erledigt.

Und ich bin's auch.

Denn ich musste anschliessend natuerlich im Sattel eines Mietrades auf der Stadtmauer die gesamte Stadt umrunden - im knallenden Sonnenschein (clever, ohne Sonnenschutz). Aber war auch eine grossartige Erfahrung - und zusaetzlich bekam ich so, Stunden vor meiner Abreise, endlich einen guten Ueberblick, wo sich in dieser 10-Millionen-Stadt eigentlich was befindet.

Ein rundum erfolgreicher Tag also. Leider habe ich mich verkuehlt. (Papa: Nicht Mama sagen. Ich hab eh dauernd meine Pullover und Westerln dabei ]:P) Aber morgen habe ich ohnehin eine siebenstuendige Zugfahrt von 700 Kilometern vor mir. Da kann ich ruhen und relaxen.

Froehliches Allerseelen, mitnand!