Oder besser gesagt: Da bin ich eigentlich schon. Ich wohne ja seit drei Tagen in meinem Zimmer des Foreign Students Dormitory. Hier einzuchecken gelang mir natürlich mit der gewohnten Verve: Über eine Stunde stand ich in der falschen Schlange. Denn in der Studentenheim-Lobby fand parallel zu meiner Ankunft die Registration der Studenten für die Uni statt. Das heißt: Ungefähr zwölf Millionen Menschen standen vor einer Reihe von Registrationstischen - und zwar im chinesischen Anstell-System. Letzteres muss man sich wie das Gegenteil des englischen vorstellen: Man platziere sich selbst möglichst weit weg vom zu erreichenden Platz, dränge in unvorhersehbaren Momenten mal nach links und mal nach rechts und blockiere dabei generell möglichst effektiv alle, die von hinten seitlich vorbeizudrängen versuchen. Das Resultat ist eine auf ästhetisch höchst zufriedenstellende Weise wogende Menschenmenge, die sich nicht wirklich ihrem Ziel nähert, dabei aber doch größtmögliches Chaos garantiert.
Die falsche Schlange
Da die jeweiligen Registrierungstische nicht beschriftet waren, landete ich beim falschen, und zwar bei dem mit den vielen Menschen. Meiner Aufmerksamkeit entging dabei eine gähnende Dame, die in ebenso gähnender Leere an ihrem Tische saß: Wie sich herausstellt, war sie für das Dorm Check-in verantwortlich.
Lustiges Formulare-Sammeln
Als ich das einmal herausgefunden hatte, ging es sehr schnell. Innerhalb von Minuten bewegte ich mich von einem Herrn zur nächsten Dame und von dort zu wieder einem anderen Herrn. Während ich dieses tat, wurden mir viele Dokumente abgestempelt und noch viel mehr Formulare in die Hand gedrückt. Da ich diese gesamte Prozedur auf Chinesisch erledigen musste, war mir bis zuletzt nicht so ganz klar, wofür der beachtliche Zettelhaufen denn eigentlich da sei, aber dafür war er sehr groß und mit sehr vielen sehr wichtigen Stempeln versehen. Im Nu hatte ich auch einige Schlüssel und Karten und war offenbar entlassen. Und damit meine ich wirklich entlassen. Denn niemand konnte mir Auskunft darüber erteilen, was denn nun eigentlich mit all diesen Karten, Schlüsseln und Zetteln zu tun sei. Und wo mein Zimmer wäre. Und wie ich die Waschküche bedienen kann. Und wo mein Postkasten wäre. Und noch vieles mehr.

Gekonnte Ahnungslosigkeit
Um es kurz zu machen: Viele dieser Dinge fand ich mit einer Kombination aus schlechtem Chinesisch, Trial-and-Error und einiger Mitstudenten heraus. Einige Rätsel harren immer noch ihrer Erklärung. Ich jedenfalls wohne nun im Dormitory.
*Grmpf*
Und jetzt gibts noch ein technisches Problem. Kann mir wer sagen, wie man hier eine Bildunterschrift macht? Hallo?! Jemand da? Nein? Na gut, dann mach ich's halt so:
1. Bild: "Der stolze Student in seinem Zimmer."
2. Bild: "Das Zimmer ohne den stolzen Studenten."
3. Bild: "Der stolze Unterhosentrockner auf dem stolzen Balkon des stolzen Studenten."
