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Montag, 4. Mai 2009

Lehrerin Tan - eine Frau wie ein Vorschlaghammer

Seit heute liegen alle Prüfungsergebnisse vor - und ich bin überrascht! Ich litt ja noch nie unter überstarker Bescheidenheit, also will ich auch diesmal meiner Freude offen und präpotent Ausdruck verleihen. Nämlich der Freude darüber, dass die Resultate um einiges besser sind als erwartet:
  • Schreiben: 85%
  • Sprechen: 93%
  • Hören: 95%
  • vertiefendes Lesen: 98%
  • vertiefendes Schreiben & Grammatik: 94%

Bei aller Bescheidenheit: Yeah!
Die größte Überraschung war dabei unser Hauptfach: vertiefendes Schreiben & Grammatik. Hier befürchtete ich schon das Durchfallen, erfuhr aber heute, dass ich das klassenbeste Ergebnis eingefahren hätte. Ich gestehe: Darauf bin ich wirklich stolz. Nicht nur bedeutet es mir persönlich sehr viel - vor allem brachte es mir auch Lob von unserer Oberlehrerin, Frau Tan, ein.

Und das heißt was.

Denn diese Frau ist ein Hammer. Als oberste verantwortliche Professorin für die Sprachlehrgänge für Ausländer ist sie nämlich vom heiligen Ehrgeiz getrieben, ihre Klasse zur besten zu machen - koste es was es wolle.

Und was es normalerweise kostet, ist die Seele ihrer Studenten.

Drastischer Initial-Europäerschwund
Wir Sprecher europäischer Sprachen haben gegenüber Angehörigen des ostasiatischen Kulturkreises ja gewisse Nachteile im Erlernen des Chinesischen; sei es weil wir (im Gegensatz zu Japanern und Koreanern) die Schriftzeichen nicht gewohnt sind, oder auch nicht (wie Auslandschinesen, Thailänder oder Vietnamesen) über grundlegende Erfahrung mit einer tonalen Sprache verfügen. Nicht zuletzt deswegen gehören wir Westler in den Sprachklassen zumeist nicht zu den Besten.

So richtig vor Augen geführt wurde uns dieser Umstand in der ersten Woche mit Klassenvorstand Tan, innerhalb derer sie durch hocheffiziente Kritik den Europäer-Anteil unserer Klasse rapide auf nunmehr 3 : 25 absenkte. Dafür ist unsere Gruppe jetzt - wie sie oft betont - die beste von allen fünf Klassen des gleichen Levels.

Erfrischende Offenheit
Lehrerin Tan ist eine Frau von hinterhältigem Humor - und jener typisch chinesischen Offenheit, für die ich dieses Land so liebe. Ich selbst bekam zu hören, meine Schriftzeichen wären die hässlichsten, die sie je gesehen hätte; was aber wiederum nur konsequent ist, denn ich selbst wäre auch nicht besonders gutaussehend. Eine eigentlich ausgesprochen ansehnliche Klassenkollegin wurde von ihr hingegen mit großer Begeisterung und vor der ganzen Klasse als Beispiel für die Verwendung der schönen Vokabel "dick" herangezogen, ein japanischer Kommilitone musste als Anschauungsobjekt für das grammatikalische Konstrukt "... sogar noch kleiner als ..." herhalten. Nach mäßiger Leistung bei den Hausaufgaben schließlich darf man ebenso wohlmeinende wie ausführliche öffentliche Analysen über sich ergehen lassen, warum man um so viel schlechter sei als dieser oder jener Kollege. Dies ist besonders effizient, weil gleichermaßen peinlich für den Getadelten wie den indirekt Gelobten.

Grammatikalischer Tod, tödliches Lob
Wenn wir schon bei Peinlichkeiten sind: Lehrerin Tan ist auch ein großer Fan kontroversieller Diskussionen, an denen besonders unsere an einen traditionell höflichen Umgangston gewöhnten japanischen Klassenkollegen ihre helle Freude haben. So richtete sie beispielsweise letzte Woche die Frage an individuelle Studenten, was wir denn über Mao Tse Tung dächten. Allgemeines Herumgedruckse unsererseits, glänzend amüsiertes Grinsen ob unseres sichtlich peinlich berührten Schweigens ihrerseits. Endlich findet sich ein Kollege, der der Meinung Ausdruck verleiht, Herr Mao wäre kein guter Mann, weil er sehr viele Menschen getötet hätte.

Daraufhin verschmitztes Grinsen seitens unserer Lehrkraft - direkt gefolgt von einem längeren Vortrag über die grammatikalische Verwendung des Wortes "jemanden töten/umbringen".

Und von dieser Frau erhielt ich heute Lob: "Also, wenn es sogar unser Westler hier schafft, so eine tolle Note zu schreiben, dann könnt ihr Japaner und Auslandschinesen euch aber schön genieren!"

Raue Schale, weicher Kern
Ich gestehe: Ich mag die Frau. Man weiß stets, woran man ist, und wenn man sich erst einmal an offene Kritik (gefolgt von dröhnendem Gelächter) gewöhnt hat, kann man es durchaus auch mit gleicher Münze zurückzahlen, was ein großer Spaß und ausgesprochen erfrischend ist. Außerdem ist die Dame sehr kompetent und wich eine ganze Nacht lang nicht von der Seite des Spitalbettes eines amerikanischen Mitstudenten, dessen Blinddarm überraschend entfernt werden musste.

So darf ich zum Abschluss zur allgemeinen Weiterbildung noch einen kleinen, filmischen Einblick in meinen täglichen Unterricht bieten und präsentiere: Lehrerin Tan in Action!

Freitag, 24. April 2009

Donnerstag, 23. April 2009

Mit letzter Kraft ...

... verfasse ich diesen Statusreport.

Vier der fünf Prüfungen, zwei der drei Exam-Tage sind geschafft. Jeden Tag muss ich um dreiviertel acht Uhr im Prüfungszimmer sitzen, zumeist gemeinsam mit etwa fünfzig anderen Wahnsinnigen, denn alle C-Levels werden gemeinsam geprüft. Zwei Exams pro Tag sind zu absolvieren, am Nachmittag wird dann noch weiter gelernt. Das geht wirklich an die Substanz, und ich bin sehr froh, es morgen hinter mir zu haben.

Es ist nun amtlich: Das Niveau meiner jetzigen Klasse ist nicht zu vergleichen mit dem meiner alten - dementsprechend sind auch die Prüfungen wesentlich anspruchsvoller.

Da war zunächst der gestrige Hörverständnistest. Eineinhalb Stunden lang bekamen wir durch Kopfhörer Textstellen unterschiedlicher Länge vorgespielt, zu deren Inhalt wir Fragen beantworten mussten - insgesamt immerhin fünfzig. Das Großartige dabei: Man bekommt keine Zeit, die Fragen vorher zu lesen, muss also gleichzeitig Chinesisch hören, lesen und schreiben. Dies ist wesentlich schwieriger als in jeder anderen Fremdsprache, da es vom Prüfling die simultane Bewältigung dreier völlig unterschiedlicher Arten von Konzentration erfordert: Zweidimensionales Hören (Silben plus Töne), passives Erkennen der Schriftzeichen beim Lesen, und aktives ins-Gedächtnis-Rufen sowie Schreiben derselben beim Beantworten der Fragen. Es ist nur meiner intensiven Befassung mit dem Hören gesprochenen Chinesisch auf meinen Reisen zu verdanken, dass ich diese Prüfung, wie ich glaube, recht gut hinter mich gebracht habe und nicht schon bei der Überschrift gescheitert bin.

Dann der Lesetest. Wie schön ist es, am frühen Morgen von einem kleinen Schock aus dem Halbschlaf geschreckt zu werden, denn der Prüfungsmodus war hier völlig anders als beim letzten Mal. Anstatt weniger, langer Texte mit darauf folgenden Fragen hatten wir diesmal sehr gemischte Aufgaben, wie die Umschreibung schwieriger Vokabel aus einem Kurztext mittels Multiple Choice, oder freie Beantwortung von Fragen nach längeren Texten. Es dürfte aber auch ganz gut funktioniert haben.

Sensationell lief die heutige Sprechprüfung. Für diese hatte ich mich, experimentellerweise, vorsichtshalber überhaupt nicht vorbereitet, da ich wissen wollte, wie gut mein gesprochenes Chinesisch wirklich ist. Außerdem halte ich nur wenig davon, wie die meisten meiner Kollegen ganze Monologe auswendig zu lernen. Ok, das ist nur eine Ausrede dafür, dass ich einfach nicht auswendig lernen KANN. Irgendwie hat man bei mir den dafür zuständigen Gehirnteil eingespart. Dennoch: Sowohl das Vorlesen eines unbekannten Textstücks als auch das dreiminütige, freie Sprechen zu einem von fünf zufällig ausgesuchten, aber vorher bekannten, Themen lief ganz toll.

Weniger berühmt war wohl der darauf folgende Schreibtest. Ein 400-Zeichen-langes Essay zum packenden Thema "Was ich über Shanghai denke" war zu verfassen. Zwar hütete man sich als geübter Schleimer angesichts des dicken Shanghai-Akzents unseres Schreib-Lehrers davor, diese herrliche Stadt allzu heftig zu kritisieren. Unter Aufbietung aller Kräfte schaffte ich es aber doch, in mein Werk ein Maximum an chaotischen Aufbau hineinzubringen. Das könnte ein gutes Zeichen sein, denn Chinesen haben eine völlig andere Auffassung davon, was einen guten Aufsatz ausmacht, und bei den wöchentlich zu schreibenden Aufsätzen bekam ich regelmäßig auf jene, deren Aufbau ich persönlich gut fand, eine schlechtere Note als bei jenen, die ich als chaotisch und schwach empfand. In jedem Fall fasziniert es mich, dass ich offenbar auch auf Chinesisch sehr schnell schreibe. Von den fünfzig Teilnehmern war ich jedenfalls als erster fertig. Was mir allerdings wiederum ein wenig Sorgen bereitet ...

Wie dem auch sei, morgen steht noch die große Grammatik-Prüfung an. Dann gönnt man uns großzügigerweise ein freies Wochenende, und am Montag werde ich um 8.55 Uhr pünktlichst - und endlich - in der ersten Vorlesung des Levels D sitzen. Damit werde ich offiziell von "Chinesisch - Grundstufe" in "Chinesisch - Fortgeschritten" aufgestiegen sein. Beängstigend, wenn man bedenkt, dass ich immer noch weder beim Zeitunglesen noch beim Filmschauen wirklich etwas verstehe. Hochinteressant jedenfalls, das Ganze.

Montag, 16. Februar 2009

Ich will so bleiben wie ich bin ...

... Du darfst! *sing*

Und wenn ich mal was darf, dann ordentlich - zum dritten Mal hocke ich jetzt in einem Level C, aber mit ein bisschen Glück ist das jetzt das letzte Mal. Kreise schließen sich offensichtlich, denn wie bei meinem ersten, nur einen Tag währenden, Anlauf vor fünf Monaten habe ich wieder jene "Headteacherin" Prof. Tan und jenen älteren Herrn (Prof. Liang), die mich im September in Rekordzeit auf Level B zurückflüchten ließen.

Das war übrigens eine hervorragende Entscheidung, wie sich herausstellt, denn ich habe heute gemerkt, dass das Niveau des von diesen strengen, aber ansonsten ausgesprochen liebenswürdigen, Professoren abgehaltenen Levels C bei weitem höher ist als das des letzten Halbsemesters - vermutlich, weil die meisten meiner 31 Mitstudenten aus Japan, Korea und Kasachstan kommen und sich somit deutlich leichter tun.

Was mich allerdings freut ist, dass ich diesmal locker mitkomme. Bewunderte ich bei meinem ersten Versuch noch als völliger Außenseiter die undurchdringliche Schönheit all jener fremdartigen Laute, die mir da lehrerseits vorgesetzt wurden und war es mir gerade noch möglich, hinter dieser zu allem Überfluss noch mit starkem Shanghai-Akzent dargebotenen Sprache das Chinesische zu vermuten (und sonst nicht viel mehr), verstehe ich nunmehr eigentlich fast alles ohne gröbere Probleme. Den teils verzweifelten Gesichtsausdrücken meiner Mitstudenten sowie der auffälligen Stille inklusive multiplem, jeglichen Zusammenhang zum gerade Gesagten entbehrenden Kopfnicken entnehme ich, dass viele sich nun in einer ähnlichen Situation befinden wie ich vor einigen Monaten.

Neben der Tatsache, dass ich also rein lerntechnisch zur Abwechslung einmal eine goldrichtige Entscheidung getroffen haben dürfte, sind mir meine neuen Kollegen auf Anhieb ausgesprochen sympathisch, und ich habe bereits Kontakt mit einer Kasachin, einer Mongolin, einem Kanadier, einem Inder und einer koreanischstämmigen Neuseeländerin aufgenommen. Nun ist mir wohl bewusst, dass meine Smalltalk-Fähigkeiten dergestalt sind, dass einmal von mir angesprochene Zeitgenossen danach gerne als Eremiten in die Atacama-Wüste ziehen oder sich als Astronauten auf den Mond schießen lassen, aber zumindest bisher scheint alles zu passen.

Ich bin sehr gespannt, wie das weitergeht. Aber nach so viel Sprachpraxis während des Reisens tut es jedenfalls gut, wieder Theorie lernen zu dürfen. Gehen wir's also an!

Sonntag, 4. Januar 2009

Das Ende naht!

... und deswegen verzögere ich auch hinterhältig den letzten Teil meiner Guangxi-Berichterstattung.

Denn ja, es ist wahr, morgen und übermorgen habe ich die großen Semester-Klausuren. Insgesamt vier Stück, an jedem Tag jeweils zwei. Und ich muss gestehen, dass ich mich gar nicht wohl fühle. Nur vier Tage Lernen habe ich investiert in eine Stoffmenge, die jenseits von Gut und Böse liegt - auf ordentliche Vorbereitung verzichtet, zugunsten meiner Reise. Was ich bisher auch noch nicht bereut habe.

Bisher.

Denn jetzt krampft sich mir der Magen zusammen, angesichts der nicht unwahrscheinlichen Peinlichkeit, dass mir bei der morgigen Hörverständnis-Prüfung alles Spanisch vorkommt, dass ich bei der darauf folgenden Sprech-Examination nur Gestammel von mir gebe; dass beim übermorgigen Schreib- und Grammatik-Test die Tinte meines Stiftes so gut wie vollständig erhalten bleibt - und ich bei der abschließenden Lese-Klausur mehr die Schönheit der mir auffallend unbekannten Zeichen bewundere als sie tatsächlich zu verstehen.

Gut, das ist ein bisschen übertrieben. Bezüglich des Schreibens und Lesens bin ich nicht ganz so nervös - hauptsächlich, weil ich den prüfenden Professorinnen da nicht in die Augen blicken muss. Aber das Sprechen morgen ... und vor allen Dingen das Hören! Wo man (bzw. ich) doch hier die Leute eh nicht verstehe - und das auch noch in einem solch rasenden Tempo!

Naja. Es ist ja eigentlich nicht so wichtig. Nichtsdestodennoch freue mich schon darauf, wenn es vorbei ist.

Donnerstag, 6. November 2008

Level C - und diesmal wirklich!

Heute war also mein erster Tag im Level C. Mein diesbezüglicher Anlauf vor zwei Monaten war ja eher ineffizient, panisch - und vor allem kurz. Doch nun fühle ich mich bereit für diese Herausforderung! (Und an dieser Stelle wäre es nett, wenn Ihr Euch eine dramatische Fanfare vorstellen könntet sowie einen Windstoß, der mir eine wirre Haarsträhne aus dem Gesicht bläst, während ich ebenso entschlossen wie vergeistigt in die Weite blicke. Oder auch nicht. Ich fand nur, es wäre ein netter dramaturgischer Kniff.)

Das Level B wäre also geschafft. Wenn man das Volumen der Lernkärtchen für die Vokabel dieses Levels auf weitere drei Levels extrapoliert, lässt dies in mir allerdings gewisse Transportängste aufkommen.

Nun sind die Chinesen ja ein ausgesprochen flexibles Völkchen - und stecken voller Überraschungen! So sollte man meinen, dass sich innerhalb eines halben Semesters - das sind gerade einmal zwei Monate - nicht allzu viel an der Struktur des Studiums selbst ändert. Weit gefehlt. Seit Anfang September können sich die Level-C-Adepten über folgende Veränderungen freuen:

  • Ein Buch wurde ausgetauscht,

  • 2 Stunden gekürzt (nur mehr 2 anstatt 4 Zusatzstunden gegenüber Level B) und

  • zwei Vorlesungen völlig umgekrempelt.

Überhaupt gab es auch sonst einige Veränderungen. Wir haben nun fünf Fächer statt drei:

  • Schreiben/Lesen A (Du Xie A)

  • Schreiben/Lesen B (Du Xie B)

  • Hörverständnis (Tingli)

  • Sprechen (Kouyu)

  • vertiefendes Lesen (Yuedu)

(Hihi, die Bullet Points beginnen mir Spaß zu machen ...)


außerdem:

  • vier Bücher statt nur eines

  • und obwohl wir zu meiner persönlichen Freude unsere wirklich guten Lehrkräfte beibehalten,

  • durften wir für das "vertiefende Lesen"

  • eine neue Lehrkraft begrüßen.

(Okay, okay, ich hör ja schon auf mit den Bullet Points.)

Die Begrüßung der neuen Lehrkraft fiel übrigens etwas lasch aus, da uns jene zusätzlichen zwei Stunden natürlich genau am Donnerstag um 8 Uhr reingedrückt wurden, so dass wir jetzt das Vergnügen haben, an vier Tagen um 8 Uhr loszulegen - während andere Level-C-Klassen überhaupt keinen 8-Uhr-Kurs und manche sogar einen zusätzlichen Tag frei haben. Schweinerei. Die Müdigkeit war uns allen also anzumerken.

Vier unfassbar langweilig gestaltete und - wir sind ja in China - mit Fehlern gespickte Bücher geben sich redliche Mühe, uns den Spaß am Lernen zu verderben.

Positiv zu vermerken ist allerdings, dass unsere "Vertiefendes Lesen"-Professorin namens Deng durchaus sympathisch rüberkommt und auch ihr Chinesisch sehr gut zu verstehen ist. (Denn sie spricht vorsichtshalber gleich einmal so gut wie überhaupt kein Englisch.)

Froh bin ich jedenfalls, dass es nicht jener Gentleman mit dem markanten Shanghai-Dialekt geworden ist, dessen Hauptverdienst es war, mich vor zwei Monaten noch am ersten Tag aus dem C-Kurs zu vertreiben. Dafür bin ich ihm rückblickend allerdings tatsächlich recht dankbar, denn meine jetzige Klasse und meine jetzigen Lehrer sind mir doch wesentlich lieber.

Ab sofort gibt es übrigens - dank der vier unabhängigen Bücher - noch mehr Vokabel und noch mehr neue Zeichen pro Tag. Irgendwann können sie mich dann, glaube ich, gern haben. Oder mir den Buckel runterrutschen. Oder mir mich gern habend den Buckel runterrutschen. Aber noch geht's, und diesmal nehme ich die Herausforderung an! (Fanfare und Wind, bitte.)

Montag, 8. September 2008

... oder doch B

Ist es jetzt soweit? Darf ich endlich, ENDLICH das Wortspiel anbringen, das hier wohl früher oder später einmal rein MUSS?

Ok, ich tu's, dann haben wir es alle hinter uns. Wohlan: Heute kam mir so gut wie alles Chinesisch vor. Ich hatte meine ersten drei Doppelstunden - und im Prinzip bin ich stolz auf mich, denn ich verstand bei meiner ersten Lehrerin 50%, beim zweiten 10% und bei der dritten etwa 30% von dem, was in der jeweiligen Stunde gesagt wurde. Das ist enorm viel, denn die Vorlesungen sind vollständig auf Chinesisch. Und zwar nicht etwa besonders einfach oder langsam gesprochen, nein, völlig normal. Kein Wort Englisch ist dabei. Auch nicht, wenn es um Organisatorisches, Grammatik oder Aufgabenstellungen geht. Und das ist ein klein wenig hinderlich. Zwar war ich erstaunt, dass ich überhaupt so viel verstand, aber wenn ich nicht einmal sicher bin, was genau ich als nächstes tun soll - geschweige denn, wie denn die korrekte Lösung der Übung eigentlich aussieht - dann ist das nicht nur ganz, ganz schlecht für das Selbstbewusstsein, es ist auch relativ sinnlos.
Also flugs ins Buchgeschäft geeilt, das Buch für Level B gekauft, dieses angesehen und festgestellt, dass dies tatsächlich in etwa meinem Niveau entspricht - und entschieden, mich bereits ab morgen in die B-Vorlesungen zu setzen. Ich weiß nicht, welcher Wahnsinn die Prüfer geritten hat, mich in denselben Kurs zu setzen wie Menschen, die bereits fließend Chinesisch sprechen, aber sie taten es, und ich bin ihnen darob ein wenig gram. Ich hoffe, der Wechsel geht halbwegs problemlos vonstatten. Außerdem hoffe ich, ich verstehe dann mehr und meine Laune hebt sich wieder. Jetzt jedenfalls werde ich essen gehen. Das wenigstens kann ich ganz gut.